Ältere Menschen mit schlechten Zähnen oder Zahnprothesen: Wie pflegt man sie? Ein Überblick über Mundgesundheitswarnsignale, Prothesenreinigung und Zuschüsse
Dass ältere Menschen nach und nach ihre Zähne verlieren, ist nicht zwangsläufig eine Folge des Alterns – eine Umfrage des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2023 zeigt, dass etwa 11,4 % der über 65-Jährigen völlig zahnlos sind, die meisten Senioren jedoch noch einige natürliche Zähne behalten. Zahnprothesen müssen richtig gereinigt werden (Reinigungstabletten müssen in einem Behälter mit Wasser aufgelöst werden, nicht direkt gekaut werden). Unzureichende Mundhygiene wird mit dem Auftreten einer Aspirationspneumonie in Verbindung gebracht. Ob die kostenlose Gesundheitsuntersuchung eine Zahnuntersuchung beinhaltet, die Höhe der Zuschüsse für Zahnprothesen und die Berechtigung für zahnärztliche Hausbesuche variieren je nach Programm und kommunalen Vorschriften. Im Folgenden wird alles einzeln aufgeführt.
Aktuelle Situation der Mundgesundheit älterer Menschen: Die meisten sind nicht völlig zahnlos
Laut der neuesten landesweiten Erhebung des Gesundheitsministeriums ist der Mundzustand der über 65-Jährigen wie folgt zusammengefasst:
- Die „Mundgesundheitserhebung bei Erwachsenen und älteren Menschen in Taiwan 2021-2023“ des Gesundheitsministeriums zeigt, dass der Anteil der über 65-Jährigen mit völliger Zahnlosigkeit (fehlende Zähne) bei etwa 11,4 % liegt (gewichtet, Erhebung 2023), was keinen großen Unterschied zur Erhebung von 2016 mit 12,0 % darstellt.
- Umgerechnet bedeutet dies, dass die meisten über 65-Jährigen noch einige natürliche Zähne behalten – es ist nicht so, dass „mit dem Alter alle Zähne ausfallen“.
- Der DMFT-Index (Karies, fehlende, gefüllte Zähne) bei über 65-Jährigen liegt im Durchschnitt bei etwa 19,68 (davon entfallen auf fehlende Zähne durchschnittlich etwa 10,91), was zeigt, dass Zahnprobleme immer noch weit verbreitet sind und eine regelmäßige Überwachung wert ist.
- Der Zustand der Zähne variiert von Person zu Person. Es wird empfohlen, regelmäßig von einem Zahnarzt untersuchen zu lassen, anstatt nur nach dem Alter zu urteilen.
Beinhaltet die kostenlose Gesundheitsuntersuchung für über 65-Jährige eine Zahn- oder Munduntersuchung?
Viele Angehörige gehen fälschlicherweise davon aus, dass die jährliche Gesundheitsuntersuchung bereits eine Zahnuntersuchung umfasst. Die tatsächlichen Leistungen sind wie folgt:
- Über 65-Jährige können einmal jährlich eine „Erwachsenenvorsorge“ (Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene) in Anspruch nehmen. Die Untersuchung konzentriert sich auf die sechs Hauptbereiche Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Nierenfunktion, Leberfunktion und Body-Mass-Index (BMI).
- Der Gesundheitsberatungsteil enthält zwar mundgesundheitliche Aufklärungsempfehlungen, aber keine tatsächliche Zahnuntersuchung oder Mundkrebsvorsorge.
- Die kostenlose Gesundheitsuntersuchung kann einen regelmäßigen Zahnarztbesuch nicht ersetzen – der Zustand der Zähne und des Zahnfleisches muss separat durch einen Termin in einer Zahnklinik überprüft werden.
- Wenn Zahnfleischbluten, lockere Zähne oder schlecht sitzende Prothesen festgestellt werden, wird empfohlen, separat einen Termin beim Zahnarzt zu vereinbaren und nicht nur auf die Benachrichtigung zur Gesundheitsuntersuchung zu warten.
Wie reinigt und pflegt man Zahnprothesen? Richtige Anwendung von Prothesenreinigungstabletten
Laut den Aufklärungsinformationen des Gesundheitsministeriums sind die Verwendung und Vorsichtsmaßnahmen für Prothesenreinigungstabletten wie folgt:
- Reinigungstabletten müssen in klarem Wasser oder einem speziellen Behälter aufgelöst werden. Sie dürfen auf keinen Fall direkt in den Mund genommen, gekaut oder geschluckt werden.
- Es wird empfohlen, die Reinigungstabletten mindestens einmal pro Woche zu verwenden, eine tägliche Anwendung ist ebenfalls möglich. Die Einweichzeit beträgt in der Regel etwa 5 Minuten, bitte beachten Sie die Produktangaben.
- Nach der Verwendung der Reinigungstabletten und vor dem Einsetzen der Prothese muss diese gründlich mit klarem Wasser abgespült werden, um Rückstände zu vermeiden, die die Mundschleimhaut reizen könnten.
- Einige Reinigungstabletten enthalten Persulfate, gegen die wenige Menschen allergisch sein können. Wenn nach dem Einsetzen Mundbeschwerden auftreten, sollte die Anwendung eingestellt und ein Zahnarzt oder Apotheker konsultiert werden.
- Die Prothese selbst sollte täglich mit einer Zahnbürste gereinigt werden (normale Zahnpasta wird nicht empfohlen, da sie die Prothesenoberfläche abrasiv angreifen kann). Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt zur Überprüfung des Sitzes sind ebenfalls wichtig.
Besteht ein Zusammenhang zwischen Mundhygiene und Aspirationspneumonie? Wie pflegt man die Mundhöhle bei demenzkranken oder bettlägerigen älteren Menschen?
Laut Krankenhausaufklärungsmaterialien sind die Bedeutung der Mundhygiene zur Verringerung des Infektionsrisikos und die konkreten Vorgehensweisen wie folgt:
- Die meisten Erreger einer Lungenentzündung stammen aus der Mundhöhle. Eine gründliche Mundhygiene nach den Mahlzeiten kann dazu beitragen, das Risiko einer Aspirationspneumonie zu verringern. Dies ist besonders wichtig für ältere Menschen mit Schluckbeschwerden, Bettlägerigkeit oder die auf die Hilfe anderer angewiesen sind.
- Für ältere Menschen, die sich nicht selbst die Zähne putzen können, kann die Pflegeperson eine Zahnbürste mit weichen Borsten und kleinem Bürstenkopf verwenden (es wird empfohlen, die Zahnbürste alle 2 bis 3 Monate zu wechseln).
- Für diejenigen, die überhaupt nicht beim Zähneputzen mitmachen können, können mit Mundwasser oder Kochsalzlösung befeuchtete Mundpflegestäbchen verwendet werden, um sanft das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut abzuwischen.
- Bei der Unterstützung der Mundhygiene sollte der Kopf des älteren Menschen um etwa 30 bis 60 Grad angehoben werden, um das Risiko von Verschlucken und Aspiration zu verringern.
- Demenzkranke ältere Menschen können sich gegen die Mundhygiene wehren. Es wird empfohlen, Zeiten zu wählen, in denen der ältere Mensch emotional stabil ist, die Schritte zu vereinfachen, verbale Anleitung zu geben und bei Bedarf zahnärztliches oder Langzeitpflegefachpersonal hinzuzuziehen.
Schlechte Zähne, eingeschränkte Mobilität, Schwierigkeiten beim Zahnarztbesuch – welche Ressourcen gibt es?
Neben der eigenständigen Terminvereinbarung bietet die Regierung auch die folgenden Ressourcen, die separat beantragt werden können:
- Zuschuss für Zahnprothesen: Das „Programm zur Bezuschussung von Zahnprothesen für einkommensschwache ältere Menschen“ des Gesundheitsministeriums wird seit dem Jahr 2009 durchgeführt. Die Förderberechtigten und die Höhe der Zuschüsse werden von den jeweiligen Stadt- und Kreisverwaltungen nach lokalen Vorschriften festgelegt und sind nicht landesweit einheitlich – zum Beispiel beträgt die in Taipeh bekannt gegebene Zuschussspanne etwa 17.000 bis 44.000 NT$ (je nach Kategorie). Die tatsächlichen Voraussetzungen und Beträge entnehmen Sie bitte den Bekanntmachungen des Sozialamts der Stadt oder des Kreises, in dem der ältere Mensch gemeldet ist.
- Zahnärztlicher Hausbesuch: Das „Spezielle medizinische Dienstprogramm für zahnärztliche Behandlungen im Rahmen der Gesamtsumme der zahnärztlichen Ambulanz der Nationalen Krankenversicherung“ bietet zahnärztliche Behandlungen zu Hause und Mundhygieneanleitungen für ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Bettlägerigkeit oder Pflegebedürftigkeit. Auch Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen sind im Leistungsumfang enthalten. Informationen zu teilnehmenden Einrichtungen erhalten Sie bei der örtlichen Zahnärztekammer oder dem Gesundheitsamt.
- Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen: Die Einrichtungen können auch beantragen, dass Zahnärzte regelmäßig in die Einrichtung kommen, um Behandlungen und Mundhygieneanleitungen durchzuführen, wodurch der Aufwand für die Bewohner, zu Behandlungen zu reisen, verringert wird.
- Die oben genannten Zuschüsse und Dienste müssen separat beantragt oder angefragt werden. Es wird empfohlen, zunächst den Pflegegrad, den Wohnort und die Einkommensvoraussetzungen des älteren Menschen zu prüfen und sich dann an das zuständige Sozialamt oder Gesundheitsamt zu wenden, um die aktuellen Bestimmungen zu erfragen.
FAQ
Ist es normal, dass ältere Menschen nach und nach alle Zähne verlieren?
Nicht ganz. Laut einer Umfrage des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2023 sind etwa 11,4 % der über 65-Jährigen völlig zahnlos, die meisten Senioren haben jedoch noch einige natürliche Zähne. Zahnverlust hängt mit dem Altern zusammen, ist aber keine zwangsläufige Folge. Parodontitis und unbehandelte Karies sind die Hauptursachen. Es wird empfohlen, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen und Probleme frühzeitig zu behandeln, anstatt sie als unvermeidlichen Teil des Alterns zu betrachten.
Beinhaltet die kostenlose Gesundheitsuntersuchung für über 65-Jährige eine Zahnuntersuchung?
Nein. Die Erwachsenenvorsorge konzentriert sich auf die sechs Hauptbereiche Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Nierenfunktion, Leberfunktion und BMI. Die Gesundheitsberatung umfasst zwar mundgesundheitliche Aufklärungsempfehlungen, aber keine tatsächliche Zahn- oder Parodontaluntersuchung. Um den Zustand der Zähne zu überprüfen, muss man separat einen Termin in einer Zahnklinik vereinbaren.
Kann man Prothesenreinigungstabletten direkt in den Mund nehmen und kauen? Wie oft sollte man sie verwenden?
Nein. Reinigungstabletten müssen in klarem Wasser oder einem speziellen Behälter aufgelöst werden und dürfen auf keinen Fall direkt gekaut oder geschluckt werden. Laut den Aufklärungsinformationen des Gesundheitsministeriums wird empfohlen, sie mindestens einmal pro Woche zu verwenden, aber auch eine tägliche Anwendung ist möglich. Die Einweichzeit richtet sich nach den Produktangaben (in der Regel etwa 5 Minuten). Vor dem Einsetzen der Prothese muss diese gründlich mit klarem Wasser abgespült werden.
Warum besteht ein Zusammenhang zwischen Mundhygiene und Aspirationspneumonie?
Krankenhausaufklärungsmaterialien weisen darauf hin, dass die meisten Erreger einer Lungenentzündung aus der Mundhöhle stammen. Eine gründliche Mundhygiene nach den Mahlzeiten kann dazu beitragen, das Risiko einer Aspirationspneumonie zu verringern. Für ältere Menschen mit Schluckbeschwerden, Bettlägerigkeit oder die auf Hilfe bei der Nahrungsaufnahme angewiesen sind, ist die Mundhygiene ein nicht zu vernachlässigender Aspekt der Pflege. Wer sich nicht selbst die Zähne putzen kann, kann stattdessen eine Zahnbürste mit weichen Borsten oder Mundpflegestäbchen verwenden.
Wie beantragt man einen Zuschuss für Zahnprothesen? Ist der Betrag im ganzen Land gleich?
Nein. Das „Programm zur Bezuschussung von Zahnprothesen für einkommensschwache ältere Menschen“ wird von den jeweiligen Stadt- und Kreisverwaltungen nach lokalen Vorschriften durchgeführt. Die Höhe der Zuschüsse ist nicht landesweit einheitlich (z. B. beträgt die in Taipeh bekannt gegebene Zuschussspanne etwa 17.000 bis 44.000 NT$, je nach Kategorie). Es wird empfohlen, direkt beim Sozialamt der Stadt oder des Kreises, in dem der ältere Mensch gemeldet ist, die aktuellen Voraussetzungen und Beträge zu erfragen.
Welche Ressourcen gibt es für ältere Menschen, die aufgrund von Mobilitätseinschränkungen nicht zur Zahnarztpraxis gehen können?
Das „Spezielle medizinische Dienstprogramm für zahnärztliche Behandlungen im Rahmen der Gesamtsumme der zahnärztlichen Ambulanz der Nationalen Krankenversicherung“ bietet zahnärztliche Behandlungen zu Hause und Mundhygieneanleitungen für ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Bettlägerigkeit oder Pflegebedürftigkeit. Auch Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen sind im Leistungsumfang enthalten. Informationen zu teilnehmenden Einrichtungen und Antragsverfahren erhalten Sie bei der örtlichen Zahnärztekammer oder dem Gesundheitsamt.
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